Stärkung des Ehrenamtes Feuerwehr in Dettenhausen
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11/2008
Von: Willi Dongus
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Die Schönbuchgemeinde Dettenhausen im Kreis Tübingen
hat in wohl einzigartiger Weise in den letzten Wochen die
Weichen für die dauerhafte und umfassende Förderung des
ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes gestellt. Das mehrstufige
Konzept beruht, wie es in der Präambel heißt, auf den
Erkenntnissen der verschiedenen Studien zum Thema Ehrenamt
Feuerwehr. Gemeindeverwaltung, Gemeinderat und
Feuerwehr legten Wert darauf, dass es sich nicht nur um
eine Bündelung einzelner Maßnahmen und Vergünstigungen
handelt, sondern um ein in sich geschlossenes Konzept
mit dem Ziel, das Ehrenamt gezielt zu fördern und Anreize
zu geben, das Ehrenamt Feuerwehr anzutreten und zu
betreiben. Die Bereitschaft, Verantwortung und Führungsaufgaben
zu übernehmen, wird dabei ebenso erhöht wie
die Bereitschaft, bei der Feuerwehr zu bleiben und langjährigen
Dienst zu tun. |
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Das Konzept enthält zahlreiche Vergünstigungen für die Frauen
und Männer der Feuerwehr Dettenhausen. Vorgesehen ist
ein Zuschuss der Gemeinde zur Grundsteuer für eigengenutzte
Objekte ebenso wie für die Kosten des Kindergartenbesuchs.
Familienkarten für das Freibad werden kostenlos abgegeben,
was auch für das Amtsblatt der Gemeinde Dettenhausen
gilt. Der Besuch eines Fitnessstudios wird mit 50% gefördert,
um die Aktion der baden-württembergischen Feuerwehren
Fit For Fire Fighting ganz gezielt umzusetzen. Auch
werden regelmäßige Aufenthalte im baden-württembergischen
Feuerwehrhotel SANKT FLORIAN in Hinterzarten-Bruderhalde
gefördert, wobei auch der Aufenthalt mitreisender Partnerinnen
oder Partner von Feuerwehrangehörigen finanziert wird.
Mit diesem ganzheitlichen Ansatz wollen wir den Gedanken
des ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes nicht nur in der Öffentlichkeit
noch stärker verankern. Wir beziehen ganz bewusst
auch die Familien der Feuerwehrleute in unser Förderkonzept
ein. Sie tragen große Lasten des Feuerwehrdienstes mit und
sollen durch die Gemeinde dafür mehr als nur ein Dankeschön
zurückbekommen, erläuterte Kommandant Walter Pfeiffer.
Alle Altersstufen der Feuerwehr Dettenhausen sollen in den Genuss
von Anreizen und Vergünstigungen kommen, wobei junge
Familien besonders im Vordergrund stehen. Insgesamt wollen
wir eine ausgewogene Ehrenamtskultur schaffen und den
Besonderheiten des ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes noch
deutlich stärker Rechnung tragen, stellte Pfeiffer weiter fest.
Darum werde künftig auch der 10-jährige Feuerwehrdienst durch
die Gemeinde gewürdigt. Und, fügte Pfeiffer hinzu, wir haben
noch keine Personalprobleme. Aber wir sind aufgerufen,
in guten Zeiten Vorsorge für die öffentliche Sicherheit in Dettenhausen
zu treffen.
Für Dettenhausens Bürgermeister Hans-Joachim Raich ist eine
Feuerwehr einzurichten und zu unterhalten eine Pflichtaufgabe
der Gemeinde. Darum müssen wir langfristig und dauerhaft
alles tun, um ausreichend Frauen und Männer für den
Feuerwehrdienst zu gewinnen. Dazu gehört nicht nur der bloße
Handschlag, sondern auch eine gewisse materielle Anerkennung.
Raich sieht keine Probleme gegenüber anderen ehrenamtlichen
Bereichen auch in seiner Gemeinde und verweist auf die
Besonderheiten des Feuerwehrdienstes. Der Gemeinderat anerkennt
dies und hat das von der Feuerwehr erarbeitete Konzept
einstimmig verabschiedet, teilte Raich mit und verwies
auf die Freiwilligkeitsleistungen, die im Rahmen der kommunalen
Selbstverwaltung durchaus möglich sind und auch vielfach
gewährt werden. Darum sehe ich dem Ergebnis der aufsichtsrechtlichen
Prüfung mit Zuversicht entgegen, stellte der
63-jährige Bürgermeister fest.
Der Präsident des baden-württembergischen Feuerwehrverbandes
Dr. Frank Knödler begrüßt die Initiative von Dettenhausen.
Dies ist der weitestgehende Ansatz zur Förderung des ehrenamtlichen
Feuerwehrdienstes, den ich kenne, stellte Knödler
fest und sagte Gemeinde und Feuerwehr Dettenhausen die rückhaltlose
Unterstützung des Feuerwehrverbandes zu. Auch zeigte
er sich angetan von den weiteren Stufen des Dettenhauser
Konzeptes.
Versucht wird, Industrie und Handwerk bei der Finanzierung
einzubinden durch Patenschaften, Spenden usw. Erste erfolgversprechende
Gespräche laufen bereits. Weiter sollen Führungskräfte
der Feuerwehr an die Gemeinde durch Minijobs gebunden
werden durch die Übertragung von Aufgaben als Sicherheitsbeauftragte,
Brandschutzbeauftragte o. Ä. Besonders
wichtig ist der Gemeinde auch, Feuerwehrangehörige in der
Gemeindeverwaltung, im Bauhof, bevorzugt einzustellen, obwohl
Bürgermeister Raich sehr wohl bewusst ist, dass in erster
Linie die Qualifikation der Stellenbewerber den Ausschlag
geben muss.
Dettenhausens Feuerwehrkommandant Walter Pfeiffer ist 20
Jahre im Dienst und denkt an das Aufhören. Derzeit ist noch
kein Nachfolger in Sicht. Insofern ist vielleicht ein Stück Eigennutz
im Sinne Nachfolgeregelung mit der Aktion verbunden.
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Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Dettenhausen
Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Dettenhausen
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