Mehr als 80 Fahrzeuge auf mehr als 11 500 Quadratmeter Ausstellungsfläche
aller in Europa vertretenen Marken sowie zahlreiche
Weltpremieren in Sicherheits- und Umwelttechnik markierten
den Auftritt der Daimler AG auf der IAA 2008. Highlight
bei den Vans mit Stern war das Showcar Vito BlueEFFICIENCY.
Die attraktiv gestaltete Studie zeigte anhand von zahlreichen
Beispielen das Entwicklungspotenzial des Dieselantriebs im
Transporter. Viele der aufgeführten Innovationen werden bereits
bald in die Serie oder in die Palette der Wunschausstattungen
einfließen. Ehe es eine neue Hülle gibt, bekam der Actros noch
einmal eine Runderneuerung. Für die Feuerwehren dürfte das
neue automatisierte Getriebe namens PowerShift Offroad gewesen
sein.
Der Hingucker schlechthin bei den Sonderfahrzeugen aus dem
Hause Mercedes-Benz war der Zetros. Der allradgetriebene
Hauben-Lkw ist auf den Einsatz unter rauen Bedingungen zugeschnitten.
Bereits Anfang des Jahres war der Zetros in die
bundesweiten Schlagzeilen geraten. Auf einer Erprobungsfahrt
war der Erlkönig auf der Schwäbischen Alb umgekippt. Daimler
versuchte seinerzeit neugierige Fotografen vom ungewöhnlichen
Vehikel fernzuhalten, der aus der Not heraus dann als Unimog
von Daimler verkauft worden ist. Ist er aber nicht. Höchstens
als ein großer Bruder des Unimogs kann man den in Wörth
gebauten Zetros bezeichnen, den es als 18- und 27-Tonner
gibt. Trotz seiner enormen Bodenfreiheit wird das Luft- und
Bahnverladeprofil eingehalten. Die ersten Zetros sind von der
bulgarischen Armee geordert worden.
Ebenfalls interessant: Ein Mercedes-Benz Econic NGT mit Erdgasantrieb
als Basis eines Hybridantriebs. Er ist von Haus aus
bereits umweltfreundlich, erfüllt er doch nicht nur die EU-Abgasrichtlinie
Euro 5, sondern den nochmals strengeren Umweltstandard EEV. Auf Wunsch kann das Fahrzeug mit dem
Umwelt-Prüfsiegel Blauer Umweltengel ausgezeichnet werden.
Ausstellungsfahrzeug war ein dreiachsiges Fahrgestell des
Typs Mercedes-Benz Econic NGT Hybrid 2628 NLA mit Nachlaufachse.
Der Reihen-Sechszylindermotor des Typs M 906 LAG
ist nach EEV eingestuft und leistet aus 6,9 Liter Hubraum 205
kW (279 PS). Das maximale Drehmoment des aufgeladenen
Triebwerks beläuft sich auf 1 000 Nm. Vor dem Getriebe ist analog
zum Econic BlueTec Hybrid der Elektromotor eingebaut, seine
Daten belaufen sich ebenfalls auf 44 kW Leistung und 420
Nm Drehmoment.
Mit einem eigenen Stand war Empl in Hannover vertreten. Der
österreichische Hersteller produziert seit 60 Jahren Sonder-Aufbauten
und Anhänger. Für das THW, Fachgruppe Führung und
Kommunikation, fertigte EMPL 25 Führungs- und Komnikationskraftwagen
(FüKomKW). Sieben weitere baugleiche Aufbauten
wurden für die Feuerwehr Hamburg geliefert. Der auf der IAA
präsentierte FükomKW hatte einen isolierten Kofferaufbau, der
in einen Geräte- und Betriebsraum unterteilt ist. Als Fahrgestell
dient ein MAN TGL 12.210 4x2.
Hingucker bei Empl war ein Industrielöschfahrzeug. Das ULF
1.000/2.500/1.000-TLA mit Löscharm wurde auf der IAA offiziell
an die Werkfeuerwehr der Borealis AG übergeben. Der MAN
TGA 26.440 6x4H-2 BL verfügt als europaweite Besonderheit
über einen von Empl entwickelten Teleskop-Löscharm mit einem
Schwenkwinkel von 385 Grad. Um einen schnellen Löschvorgang
sicherzustellen, befindet sich auf der Löscharmspitze
ein Monitor mit Funkfernsteuerung und Hohlstrahl-Düse für
Pulver- sowie Wasser- und Schaumeinsätze. Die Steuereinheit
im Heck ist mit einer Schnellangriffseinrichtung ausgestattet.
Dort befinden sich außerdem zwei Anzeigemonitore, welche die
Daten des am Löscharm eingebauten Kamerasystems mit Fernübertragung in die Einsatzzentrale übermitteln. Zu den weiteren
Ausstattungselementen zählen neben einem 1.000-Liter-Wasserund
einem 2.500 Liter Schaumtank eine 1.000-Kilogramm-
Pulverlöschanlage sowie ein Fire-Dos Schaumzumischsystem.
Bei seiner Weltpremiere in Hannover präsentiert sich der Fiat
Ducato Natural Power dem Messepublikum als Maxi Hochraumkastenwagen
mit mittlerem Radstand. Sein 3,0-Liter-Motor leistet
im Erdgasbetrieb 100 kW (136 PS) und erreicht ein maximales
Drehmoment von 350 Nm bei 1.500 U/min. Mit einer
Höchstgeschwindigkeit von 153 km/h, einer Beschleunigung
von 0 auf 100 km/h in 13,9 Sekunden und einem Verbrauch von
9,3 kg/100 km CNG (Compressed Natural Gas) präsentierte sich
der Fiat Ducato Natural Power dem Publikum.
Ein 15-Liter Benzin Tank garantiert in der Betriebsart Recovery
sichere Mobilität bis zur nächsten Erdgastankstelle. Die insgesamt
220 Liter fassenden fünf Gasflaschen unter dem Laderaumboden,
die rund 40 Kilogramm wiegen, ermöglichen eine
Reichweite von 400 Kilometern und schränken durch ihre
Einbaulage die Ladekapazität des Transporters nicht ein.
Die dritte Generation des Ducato präsentierte Fiat mit einem
Großraumkastenwagen namens Maxi mit langem Radstand und
2.3-Liter Turbodiesel mit 88 kW (120 PS) sowie als neunsitzige
Panorama-Version mit dem 116 kW (157 PS) starken 3,0-Liter-
Turbodiesel.
Auf großes Interesse am optisch sehr aufwändig gestalteten Messestand
ist das mit einem so genannten Tridem-Transport-
Anhänger ausgestellte Wechselsystem gestoßen. Die beiden
Wechselaufbauten Ambulanz und Feldkabelshelter mit eigens
entwickeltem Off-Road Hecklift können unter anderem
auf einem Unimog montiert werden. Das Wechselsystem ist
nicht nur für den logistischen Einsatz geeignet. Auch für die Feuerwehren
ist es durchaus sinnvoll, vor allem im Bereich Rüst-,
Waldbrand-, Schlauchwagen.
Eine Fülle von Neuigkeiten präsentierte Ford auf der IAA, darunter
auch eine Weltpremiere: die zweite Generation des Fiesta
Van. Es handelte sich bei dem Messefahrzeug bereits um
die Serienversion, basierend auf dem neuen Ford Fiesta, der
in Deutschland in wenigen Wochen bei den Händlern stehen
wird. Der Markteinführungstermin für die Nutzfahrzeugvariante
ist in Deutschland voraussichtlich Anfang 2009. Künftig ist
der Ford Transit mit Allradantrieb, den Ford AWD (All Wheel
Drive) nennt, verfügbar. Das System funktioniert automatisch,
das heißt, ohne dass der Fahrer tätig werden muss. In Abhängigkeit
von der Traktion des Untergrundes wechselt der AWD
zwischen Zweirad- (Hinterachse) und Vierradantrieb (Hinter- und
Vorderachse). Seit Oktober gibts auf Wunsch einen wartungsfreien,
Dieselpartikelfilter. Außerdem hat Ford dem 2,2-Liter-TDCi-
Dieselmotor mit 81 kW/110 PS (verfügbar für die Varianten mit
Frontantrieb) 4 kW, beziehungsweise 5 PS mehr gegönnt. Apropos
Motoren: Für den Ford Transit stehen sieben Diesel-Triebwerke
zur Auswahl, drei für Frontantrieb und vier für Heckantrieb.
Das Leistungsspektrum reicht von 63 kW/85 PS bis 147
kW/200 PS.
Die Allradvariante wird mit dem 2,4-Liter-TDCi-Diesel (103 kW/
140 PS) kombiniert. Darüber hinaus ist, in Verbindung mit Heckantrieb,
ein 2,3-Liter-Benziner (107 kW/145 PS) im Programm.
Dieser Motor ist zugleich das Basisaggregat für den Ford Transit
CNG (Erdgas) und für den Ford Transit LPG (Flüssiggas/Autogas).
In Abhängigkeit von der Anzahl der Tanks, der Erdgasbeschaffenheit,
der Fahrweise sowie den Straßen- und Verkehrsverhältnissen
reicht der Erdgasvorrat für über 300 Kilometer.
Hinzu kommt, unabhängig von der Karosserie-Variante
und dem Radstand, jeweils der serienmäßige 80-Liter-Benzintank,
so dass die Gesamtreichweite des Ford Transit CNG über
1.000 Kilometer betragen kann. Mit dem Flüssiggas-Antrieb
kommt man ebenso weit.
Ein Highlight auf dem MAN Messestand stellten die neuen
AGR-Motoren für Euro 5 dar. Damit erfüllt MAN fristgerecht sein
Versprechen an die internationale Kundschaft, die strenge Abgasnorm
auch ohne zusätzlichen Betriebsstoff und ohne aufwändige
Abgasnachbehandlung erfüllen zu können. Diese Common
Rail-Motoren für leichte, mittelschwere und schwere Lastkraftwagen
kommen ohne AdBlue aus. Zu sehen war auch ein
Löschfahrzeug mit Ziegler-Aufbau und der serienmäßigen MANKabine
mit Platz für eine Staffel mit dieser Motorisierung. Die
strenge Abgasnorm Euro 5 und der freiwillige Umweltstandard
EEV stellen die Motorenentwickler vor große Herausforderungen.
Vor allem dann, wenn sie auf eine aufwändige Abgasnachbehandlung
mit dem zusätzlichen Betriebsstoff AdBlue
verzichten wollen.
Die MAN Motorenentwickler setzen zur Erreichung von Euro 5/
EEV auf eine Lambda-geregelte Abgasrückführung (AGR) mit
Rückführraten von 30 Prozent und mehr, auf eine zweistufige
Aufladung mit indirekter Zwischen- und Hauptladeluftkühlung
sowie auf die Common Rail-Technologie mit hohen Einspritzdrücken
von bis zu 1800 bar. Die hohe AGR-Rate sorgt in Verbindung
mit einer verbesserten Kühlung des rückgeführten Abgases
für eine niedrigere Temperatur des Frischluft-/Abgasgemisches
im Verbrennungsraum des Zylinders. Damit entstehen
bereits bei der Verbrennung weniger Stickoxide. Dank der neuen
AGR-Regelung mit Hilfe einer Lambda-Sonde wird auch unter
dynamischen Bedingungen für jeden Betriebspunkt des Motors
die optimale AGR-Rate eingestellt. Das garantiert einen
besonders hohen Wirkungsgrad und einen außerordentlich sparsamen
Umgang mit dem kostbaren Dieselkraftstoff.
Natürlich drehte sich nicht alles nur um Motoren. Die leichten
und mittelschweren Lkw von MAN präsentierten sich zur IAA
2008 komplett überarbeitet. Drei Jahre nach ihrer Einführung
tragen sie jetzt das neue Familiengesicht, das sie an die schweren
Brüder TGX und TGS angleicht. Technisch steckt aerodynamische
Feinarbeit dahinter, um den Luftwiderstand und die
Windgeräusche weiter zu minimieren. Grundsätzlich bleibt der
Rohbau der TGL- und TGM-Kabinen erhalten. Neue Bezugsstoffe
und Verkleidungen sollen den Innenraum weiter aufwerten.
Neben einem Multifunktionslenkrad gibt es zudem in den
neuen Häusern weitere Ablagefächer.
Noch nie zuvor in der Geschichte der Löwenmarke vermarktete
Peugeot ein breiteres und jüngeres Nutzfahrzeug-Portfolio.
Kein Modell ist derzeit älter als zwei Jahre. Interessant war die
Europapremiere Partner Silhouette: Mit seiner zusätzlichen Differenzialsperre
an der Antriebsachse ist das Fahrzeug preiswerter und leichter als ein Allrad, aber dennoch traktionssicherer
als die Standardversion.
Weltpremiere feierte bei Volkswagen der Caddy 4MOTION
auf der IAA in Hannover, der jetzt auf Wunsch über einen permanenten
Allradantrieb verfügt. Gegenüber der frontgetriebenen
Version wurde der Caddy 4MOTION in zahlreichen Punkten
modifiziert und mit neuen technischen Elementen ausgerüstet.
Neben der elektronisch geregelten Haldex-Kupplung der
vierten Generation gehören dazu eine Kardanwelle, eine an das
Hinterachsdifferenzial und die Kardanwelle angepasste Abgasanlage,
ein neu konzipierter Kraftstofftank und Verstärkungen
im hinteren Karosserie-Längsträger.
Ideal auf den Einsatz im Caddy 4MOTION zugeschnitten sind
zudem das manuelle Sechsgang-Getriebe, der serienmäßige
Berganfahr-Assistent sowie das ebenfalls serienmäßige elektronische
Stabilisierungsprogramm ESP. Während die Vorderachse
komplett vom frontgetriebenen Caddy übernommen werden
konnte, musste die hintere Starrachse für den Einsatz des
Allradantriebes weitreichend modifiziert werden.
Zur Serienausstattung zählen in Deutschland unter anderem
die rechte Schiebetür im Fond, die man auf Wunsch auch links
ordern kann. Wahlweise ist zudem eine nach oben öffnende
Heckklappe oder eine geteilte Hecktür lieferbar. Angetrieben
wird der Allrad-Caddy von einem Vierzylinder-Turbodiesel mit
77 kW/105 PS.
Nach der Einführung des Caddy BlueMotion im Frühjahr 2008
zeigte Volkswagen mit der Studie des Crafter BlueMotion,
welches Einsparpotential auch bei großen Kastenwagen erreicht
werden kann. Beim Crafter BlueMotion wird durch den
Einsatz von AdBlue-Technik nicht nur der Grundstein für eine
Verbrauchsreduzierung von einem Liter gelegt, sondern auch
die Grenzwerte der Abgasnorm Euro 5 erreicht.
Als Highlight präsentierte Volkswagen in einer Weltpremiere
das Showcar eines Pickup der Ein-Tonnen-Klasse. Das Konzept
gibt einen Ausblick auf die vierte Modellreihe des Nutzfahrzeugherstellers.
Der in dieser Art erste Pickup eines europäischen
Volumenherstellers soll neue Maßstäbe in seinem
Segment setzen.
Die Schwerpunktmärkte für die künftige Baureihe sind jedoch
Südamerika, Südafrika und Australien. Die Produktion des neuen
Pickup wird ab Herbst 2009 im argentinischen Volkswagen
Werk Pacheco anlaufen. Das 5,18 Meter lange Showcar wurde
komplett neu entwickelt. In Sachen Breite punktet der Pickup
im Heckbereich. Anders als beim direkten Wettbewerb kann
auf der Ladefläche eine Euro-Palette problemlos auch quer geladen
werden. Das als automobiler Lebensretter ausgelegte
Showcar verfügte sowohl im Exterieur als auch im Innenraum
über Rettungs-Equipment, das freilich mehr auf Show, denn
auf Funktionalität ausgelegt war. Für die Hilfsdienste dürfte
das Fahrzeug aber auch in Europa nicht komplett uninteressant
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Voll geländegängig ist der Zetros von Daimler
42 Jahre automobile Feuerwehrgeschichte: das moderne TSF-W auf DB Vario 816 mit Allradantrieb und Ziegler-Aufbau

Das LF
8 der Freiwilligen Feuerwehr Mascherode bei Braunschweig. Ebenfalls Ziegler baute den Aufbau 1966 auf den LF 408, der 80 PS leistete
 Hingucker bei Empl war ein Industrielöschfahrzeug für die Werkfeuerwehr
Borealis
 TLF 20/50 auf einem Unimog U 5000. Den 14-Tonner hat Empl für
das Land Brandenburg aufgebaut
 Unimog mit Wechselsystem: Empl zeigte in Hannover ein Wechselsystem
für den Offroadeinsatz
 Weltpremiere
feierte MAN mit
seinen neuen
AGR-Motoren
für Euro 5  Die serienmäßige
Staffelkabine
von MAN
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