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Großbrand in Herdorf

 

02/2010

Von: Werner Jörg
Fotos: Feuerwehr Herdorf

Am 13. Oktober

2009 kam es in der Stadt Herdorf zu einem Großbrand, der nur mit einem

erheblichen Kräfteaufkommen bekämpft werden konnte.


 

Weit waren am Dienstagabend die Flammen und

Rauchwolken sichtbar. In den Hallen einer ehemaligen Tankbaufirma, in der

Abwrackwagen bis zur Entsorgung von einem Siegener Recycling- Unternehmen

zwischengelagert wurden, war ein Brand ausgebrochen. In den miteinander

verbundenen Hallen waren etwa 950 Altautos zwischengelagert.


Am Brandabend wurde um 18.51 Uhr die Feuerwehr Herdorf von der Leitstelle

Montabaur mit „F2 Alarm Rauchentwicklung über der ehemaligen Firma

Ermert“ alarmiert. Bereits um 18.56 Uhr verließ das erste

Löschfahrzeug HLF 10/10 das Feuerwehrgerätehaus. Gleichzeitig

rückte das ortsansässige DRK mit aus. Um 18.58 Uhr rückten dann

LF 16, ELW sowie SW 2000 aus. Das HLF 10/10 der Feuerwehr Herdorf erreichte um

18.59 Uhr die Einsatzstelle. Dabei wurde bereits auf der Anfahrt die Feuerwehr

Dermbach LF 8 und Sassenroth TSF nachalarmiert.


Weiterhin wurden die benachbarten Feuerwehren Betzdorf, Neunkirchen,

Salchendorf, Struthütten und Altenseelbach zur Unterstützung gebeten.

Nach einer kurzen Lagebesprechung übernahm der Wehrleiter der Stadt

Herdorf Werner Jörg die Einsatzleitung.


Die Bevölkerung wurde vorsorglich über Rundfunk aufgefordert Fenster

und Türen zu schließen. Da abzusehen war, dass die eingesetzten

Einheiten nicht ausreichen würden, um hier einen schnellen Erfolg

herbeizuschaffen, entschloss sich die Einsatzleitung, weitere Kräfte zu

mobilisieren.


Zwischenzeitlich wurden die Feuerwehren Daaden, Weitefeld, Niederdreisbach und

Kirchen alarmiert. Zusätzlich wurde das THW Betzdorf/Scheuerfeld zum

Ausleuchten der Einsatzstelle alarmiert.


Nach Erkundung der Einsatzstelle durch den Wehrführer der Feuerwehr

Herdorf, Markus Löhr, war nun ein genaueres Ausmaß der Lage bekannt.

Das Objekt bestand aus vier großen aneinanderhängenden Lagerhallen,

die voll aufgefüllt mit Abwrackautos aufgefüllt waren. Die erste

Lagerhalle ca. 10 x 50 Meter mit ca. 250 Autos stand schon in Vollbrand. Die

nächste Halle wurde durch massiven Feuer- und Hitzeüberschlag in

Brand gesetzt.


Im Einsatzleitwagen des Landkreises Altenkirchen, welcher auch zur

Unterstützung angefordert wurde, konnte dann die Brandstelle in drei

Brandabschnitte aufgeteilt und das weiteres Vorgehen abgestimmt werden. 1.

Abschnitt Süd. Feuerwehr Betzdorf, 2. Abschnitt West. Feuerwehr

Neunkirchen, 3. Abschnitt Nord. Kirchen Daaden.


Gleichzeitig wurde der Gerätewagen Atemschutz des Landkreises aus Wissen

zur Atemschutzunterstützung an die Einsatzstelle beordert.


Mittlerweile waren die KFI Kreis Altenkirchen, Eckhard Müller, Schneider,

Kreis Siegen/Wittgenstein sowie der Bürgermeister der Stadt Herdorf, Herr

Erner, sowie der OrgL eingetroffen. Da es sich um Altautos handelte und die

Hallen sowieso abgerissen werden sollten und kein Menschenleben in Gefahr war,

entschied man sich nur für den Außenangriff. Zwischenzeitig wurden

um 22.30 Uhr das Klärwerk und die Untere Wasserbehörde

verständigt. Die Feuerwehren Grünebach und Alsdorf wurden zum Aufbau

einer Ölsperre auf der Heller alarmiert, sowie eine Teileinheit des

Gefahrstoffzuges Horhausen, Wehbach und Wilgersdorf zum Messen der

Gefahrstoffe. Zusätzlich wurde der MTW der Feuerwehr Katzwinkel zum

Pendelverkehr Einsatzstelle – Feuerwehrhaus alarmiert. Um den Abschnitt 1

zu verstärken wurde der TLE 20/40 der Feuerwehr Wissen nachalarmiert.


Da die Wurfweiten der Schaum-Monitore von beiden Seiten nicht bis zur

Hallenmitte ausreichen würden, wurde der Entschluss gefasst, den

Wassereinsatz noch einmal zu erhöhen. Dafür mussten dann die

Feuerwehren Hamm mit TLF 24/50 und SW 2000 sowie Heckersdorf/Offhausen mit TSF

zur Wasserversorgung nachgefordert werden.


Die Wasserversorgung wurde aus dem Hydrantennetz sowie aus der ca. 600 m

entfernten Heller mittels fünf Tragkraftspritzen sichergestellt. Um ca.

4.00 Uhr konnte „Feuer unter Kontrolle“ und um 5.00 Uhr „Feuer

aus“ gemeldet werden.


Nach dem „Feuer aus“ gemeldet wurde und es nur noch darum ging,

Brandnester abzulöschen, konnten ab 5.00 Uhr die ersten Feuerwehren aus

dem Einsatzgeschehen entlassen werden. Um 7.15 Uhr wurde die Feuerwehr

Elkenroth zur Brandwache sowie Ablösung der Einsatzkräfte die bereits

12 Stunden im Einsatz waren nachgeordert. Die Nachlöscharbeiten zogen sich

noch bis in die Abendstunden des 14. Oktobers hin.


Neben den Feuerwehren wurde das DRK Kreisverband Altenkirchen und Herdorf

gerufen, welches auch die Verpflegung der Einsatzkräfte übernahm.



Als sehr positiv stellte sich die Alarmierung des THW Betzdorf/ Scheuerfeld

heraus, welches die Aufgabe hatte, die Einsatzstelle auszuleuchten sowie

Zugänge in die Hallen zu schaffen und damit beitrug, dass es trotz diesem

Kräfteaufkommen nur zu zwei Verletzten kam.


Bei den Schadstoffmessungen, welche von dem Gefahrstoffzug durchgeführt

wurden, konnten keine Schadstoffe festgestellt werden. In den vier Lagerhallen

befanden sich laut Mieter 950 Fahrzeug von denen ca. 600 verbrannt sind.

Vertreter der Unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung Altenkirchen

nahmen erste gefahrenabwehrende Maßnahmen vor.


Die Inventarschäden belaufen sich nach vorläufigen Schätzungen

auf ca. 150.000,– Euro. Der Gebäudeschaden an den abbruchreifen

Hallen lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Die Brandermittler der

Kriminalpolizei Betzdorf forderten am nächsten Tag auch einen Hubschrauber

für Luftbildaufnahmen und einen Diensthund, der auf Brandbeschleuniger

ausgebildet ist, an um die Brandursache zu ermitteln.


Bei der Einsatznachbesprechung wurde festgestellt, alles bis auf wenige

Kleinigkeiten habe gut funktioniert. An der Einsatzstelle wurde ein engagiertes

und harmonisches Verhalten aller eingesetzten Kräfte festgestellt. Auch

wurde von den Einsatzkräften sehr viel abverlangt, um noch

größeren Schaden zu vermeiden.


Insgesamt waren 412 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des DRK und des THW im

Einsatz.


Allen eingesetzten Feuerwehreinheiten sowie dem DRK und THW gilt der besondere

Dank der Feuerwehr Herdorf für die unkomplizierte und kompetente Hilfe.







Einsatzkräfte:

Feuerwehr Herdorf HLF 10/10, LF 16/12, SW

2000, MTW


Feuerwehr Dermbach LF 8


Feuerwehr SassenrothTSF


Feuerwehr Salchendorf DL 23-12


Feuerwehr WilgersdorfGGW Mess MTW


Feuerwehr StruthüttenLF 8


Feuerwehr Altenseelbach LF 16 TS


Feuerwehr Neunkirchen TLF 16/25, ELW


Feuerwehr BetzdorfTLF 24/50, DL 23-12, ELW, LF 8, MZF, GWG


Feuerwehr Wissen ELW 2, GW-AS, MZF, TLF 20/40


Feuerwehr Horhausen GW-Mess, MTW


Feuerwehr Scheuerfeld TLF, TSF-W, ELW


Feuerwehr Grünebach GW


Feuerwehr Daaden TLF 16/25, LF 8, TSF, SW 1000


Feuerwehr Weitefeld TLF 16/25, LF 8


Feuerwehr Niederdreisbach TSF-W, MZF


Feuerwehr Katzwinkel MTW


Feuerwehr Kirchen ELW, MTW, TLF 16/25, DL


Feuerwehr Wehbach TSF-W


Feuerwehr Hamm TLF 24/50, SW 2000


Feuerwehr Heckersdorf TSF


Feuerwehr Elkenroth TLF 16/25


THW Betzdorf GKW 1, GKW 2, MTW


DRK Herdorf RTW, KW


Eingesetzte Helfer von Feuerwehr, THW und DRK: 412 Personen

Eingesetztes

Material:

B-Schlauch ca. 6000 m

Pressluftatmer 80

Löschwasser 4.227.000 Liter



     

 

 








Bilder vom Einsatzgeschehen