Weit waren am Dienstagabend die Flammen und
Rauchwolken sichtbar. In den Hallen einer ehemaligen Tankbaufirma, in der
Abwrackwagen bis zur Entsorgung von einem Siegener Recycling- Unternehmen
zwischengelagert wurden, war ein Brand ausgebrochen. In den miteinander
verbundenen Hallen waren etwa 950 Altautos zwischengelagert.
Am Brandabend wurde um 18.51 Uhr die Feuerwehr Herdorf von der Leitstelle
Montabaur mit F2 Alarm Rauchentwicklung über der ehemaligen Firma
Ermert alarmiert. Bereits um 18.56 Uhr verließ das erste
Löschfahrzeug HLF 10/10 das Feuerwehrgerätehaus. Gleichzeitig
rückte das ortsansässige DRK mit aus. Um 18.58 Uhr rückten dann
LF 16, ELW sowie SW 2000 aus. Das HLF 10/10 der Feuerwehr Herdorf erreichte um
18.59 Uhr die Einsatzstelle. Dabei wurde bereits auf der Anfahrt die Feuerwehr
Dermbach LF 8 und Sassenroth TSF nachalarmiert.
Weiterhin wurden die benachbarten Feuerwehren Betzdorf, Neunkirchen,
Salchendorf, Struthütten und Altenseelbach zur Unterstützung gebeten.
Nach einer kurzen Lagebesprechung übernahm der Wehrleiter der Stadt
Herdorf Werner Jörg die Einsatzleitung.
Die Bevölkerung wurde vorsorglich über Rundfunk aufgefordert Fenster
und Türen zu schließen. Da abzusehen war, dass die eingesetzten
Einheiten nicht ausreichen würden, um hier einen schnellen Erfolg
herbeizuschaffen, entschloss sich die Einsatzleitung, weitere Kräfte zu
mobilisieren.
Zwischenzeitlich wurden die Feuerwehren Daaden, Weitefeld, Niederdreisbach und
Kirchen alarmiert. Zusätzlich wurde das THW Betzdorf/Scheuerfeld zum
Ausleuchten der Einsatzstelle alarmiert.
Nach Erkundung der Einsatzstelle durch den Wehrführer der Feuerwehr
Herdorf, Markus Löhr, war nun ein genaueres Ausmaß der Lage bekannt.
Das Objekt bestand aus vier großen aneinanderhängenden Lagerhallen,
die voll aufgefüllt mit Abwrackautos aufgefüllt waren. Die erste
Lagerhalle ca. 10 x 50 Meter mit ca. 250 Autos stand schon in Vollbrand. Die
nächste Halle wurde durch massiven Feuer- und Hitzeüberschlag in
Brand gesetzt.
Im Einsatzleitwagen des Landkreises Altenkirchen, welcher auch zur
Unterstützung angefordert wurde, konnte dann die Brandstelle in drei
Brandabschnitte aufgeteilt und das weiteres Vorgehen abgestimmt werden. 1.
Abschnitt Süd. Feuerwehr Betzdorf, 2. Abschnitt West. Feuerwehr
Neunkirchen, 3. Abschnitt Nord. Kirchen Daaden.
Gleichzeitig wurde der Gerätewagen Atemschutz des Landkreises aus Wissen
zur Atemschutzunterstützung an die Einsatzstelle beordert.
Mittlerweile waren die KFI Kreis Altenkirchen, Eckhard Müller, Schneider,
Kreis Siegen/Wittgenstein sowie der Bürgermeister der Stadt Herdorf, Herr
Erner, sowie der OrgL eingetroffen. Da es sich um Altautos handelte und die
Hallen sowieso abgerissen werden sollten und kein Menschenleben in Gefahr war,
entschied man sich nur für den Außenangriff. Zwischenzeitig wurden
um 22.30 Uhr das Klärwerk und die Untere Wasserbehörde
verständigt. Die Feuerwehren Grünebach und Alsdorf wurden zum Aufbau
einer Ölsperre auf der Heller alarmiert, sowie eine Teileinheit des
Gefahrstoffzuges Horhausen, Wehbach und Wilgersdorf zum Messen der
Gefahrstoffe. Zusätzlich wurde der MTW der Feuerwehr Katzwinkel zum
Pendelverkehr Einsatzstelle Feuerwehrhaus alarmiert. Um den Abschnitt 1
zu verstärken wurde der TLE 20/40 der Feuerwehr Wissen nachalarmiert.
Da die Wurfweiten der Schaum-Monitore von beiden Seiten nicht bis zur
Hallenmitte ausreichen würden, wurde der Entschluss gefasst, den
Wassereinsatz noch einmal zu erhöhen. Dafür mussten dann die
Feuerwehren Hamm mit TLF 24/50 und SW 2000 sowie Heckersdorf/Offhausen mit TSF
zur Wasserversorgung nachgefordert werden.
Die Wasserversorgung wurde aus dem Hydrantennetz sowie aus der ca. 600 m
entfernten Heller mittels fünf Tragkraftspritzen sichergestellt. Um ca.
4.00 Uhr konnte Feuer unter Kontrolle und um 5.00 Uhr Feuer
aus gemeldet werden.
Nach dem Feuer aus gemeldet wurde und es nur noch darum ging,
Brandnester abzulöschen, konnten ab 5.00 Uhr die ersten Feuerwehren aus
dem Einsatzgeschehen entlassen werden. Um 7.15 Uhr wurde die Feuerwehr
Elkenroth zur Brandwache sowie Ablösung der Einsatzkräfte die bereits
12 Stunden im Einsatz waren nachgeordert. Die Nachlöscharbeiten zogen sich
noch bis in die Abendstunden des 14. Oktobers hin.
Neben den Feuerwehren wurde das DRK Kreisverband Altenkirchen und Herdorf
gerufen, welches auch die Verpflegung der Einsatzkräfte übernahm.
Als sehr positiv stellte sich die Alarmierung des THW Betzdorf/ Scheuerfeld
heraus, welches die Aufgabe hatte, die Einsatzstelle auszuleuchten sowie
Zugänge in die Hallen zu schaffen und damit beitrug, dass es trotz diesem
Kräfteaufkommen nur zu zwei Verletzten kam.
Bei den Schadstoffmessungen, welche von dem Gefahrstoffzug durchgeführt
wurden, konnten keine Schadstoffe festgestellt werden. In den vier Lagerhallen
befanden sich laut Mieter 950 Fahrzeug von denen ca. 600 verbrannt sind.
Vertreter der Unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung Altenkirchen
nahmen erste gefahrenabwehrende Maßnahmen vor.
Die Inventarschäden belaufen sich nach vorläufigen Schätzungen
auf ca. 150.000, Euro. Der Gebäudeschaden an den abbruchreifen
Hallen lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Die Brandermittler der
Kriminalpolizei Betzdorf forderten am nächsten Tag auch einen Hubschrauber
für Luftbildaufnahmen und einen Diensthund, der auf Brandbeschleuniger
ausgebildet ist, an um die Brandursache zu ermitteln.
Bei der Einsatznachbesprechung wurde festgestellt, alles bis auf wenige
Kleinigkeiten habe gut funktioniert. An der Einsatzstelle wurde ein engagiertes
und harmonisches Verhalten aller eingesetzten Kräfte festgestellt. Auch
wurde von den Einsatzkräften sehr viel abverlangt, um noch
größeren Schaden zu vermeiden.
Insgesamt waren 412 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des DRK und des THW im
Einsatz.
Allen eingesetzten Feuerwehreinheiten sowie dem DRK und THW gilt der besondere
Dank der Feuerwehr Herdorf für die unkomplizierte und kompetente Hilfe.
Einsatzkräfte: |
Feuerwehr Herdorf HLF 10/10, LF 16/12, SW
2000, MTW
Feuerwehr Dermbach LF 8
Feuerwehr SassenrothTSF
Feuerwehr Salchendorf DL 23-12
Feuerwehr WilgersdorfGGW Mess MTW
Feuerwehr StruthüttenLF 8
Feuerwehr Altenseelbach LF 16 TS
Feuerwehr Neunkirchen TLF 16/25, ELW
Feuerwehr BetzdorfTLF 24/50, DL 23-12, ELW, LF 8, MZF, GWG
Feuerwehr Wissen ELW 2, GW-AS, MZF, TLF 20/40
Feuerwehr Horhausen GW-Mess, MTW
Feuerwehr Scheuerfeld TLF, TSF-W, ELW
Feuerwehr Grünebach GW
Feuerwehr Daaden TLF 16/25, LF 8, TSF, SW 1000
Feuerwehr Weitefeld TLF 16/25, LF 8
Feuerwehr Niederdreisbach TSF-W, MZF
Feuerwehr Katzwinkel MTW
Feuerwehr Kirchen ELW, MTW, TLF 16/25, DL
Feuerwehr Wehbach TSF-W
Feuerwehr Hamm TLF 24/50, SW 2000
Feuerwehr Heckersdorf TSF
Feuerwehr Elkenroth TLF 16/25
THW Betzdorf GKW 1, GKW 2, MTW
DRK Herdorf RTW, KW
Eingesetzte Helfer von Feuerwehr, THW und DRK: 412 Personen |
Eingesetztes
Material: |
B-Schlauch ca. 6000 m
Pressluftatmer 80
Löschwasser 4.227.000 Liter |
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