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Gemeinschaftsübung in Kamp-Bornhofen

 

02/2010

Von: OBM Norbert Gras,OBM Manfred Breitbach
Fotos: Jürgen Dedekind, Kamp-Bornhofen

Hochleistungs-Wasserfördersysteme des

Landes können bei Bedarf angefordert werden


 

Vom Land Rheinland-Pfalz wurden 2003 zwei Abrollbehälter

mit Wasserfördersystemen HFS („Hytrans Fire System“) der

niederländischen Firma Kuiken Hytrans BV beschafft. In kurzer

Zeit möglichst viel Wasser über große Entfernungen zu transportieren,

dafür konzipierte die Firma Kuiken Hytrans BV diese

Systeme. Einer dieser Abrollbehälter ist in Koblenz stationiert,

der zweite in Ludwigshafen. Oberbrandrat Markus Obel,

stellvertretender Amtsleiter bei der Berufsfeuerwehr Koblenz,

erläuterte den Einheiten der Verbandsgemeinde Braubach vor

der geplanten Gemeinschaftsübung dieses System.

In den Niederlanden sind die Abrollbehälter der Fa. Kuiken

Hytrans BV weit verbreitet. Großtanklöschfahrzeuge wie das

TLF 24/50 sind eher unbekannt. Das TLF 24/50 der BF Koblenz

wurde schon oft zur überörtlichen Hilfe angefordert, der

HFS Abrollbehälter allerdings noch nie. Obwohl die Lage diverser

Einsatzstellen ideal gewesen wäre. Das Einsatzspektrum

dieser Hochleistungs-Wasserfördersysteme reicht von Hochwasser

über Groß- und Waldbrände bis hin zu Schiffshavarien.

Gerade bei Großbränden stellt der Abrollbehälter eine echte Alternative

zu einem aufwändigen Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen

dar. Wird das HFS zum Auspumpen großer überfluteter

Bereiche benutzt, muss die Wassertiefe mindestens

30 cm betragen, und alles, was durch das Schutzsieb vor der

Pumpe passt, kann auch gefördert werden. Leider ist anscheinend

nicht hinreichend bekannt, dass Rheinland-Pfalz über

zwei solcher Systeme verfügt. Dieser Bericht soll helfen das Problem

zu beseitigen.

Da die Firma in den Niederlanden ansässig ist, wird der Abrollbehälter

bei der BF Koblenz auch gerne als „AB-Holland“ bezeichnet.

Auf dem Behälter sind zwei Module verlastet. Das

erste Modul beinhaltet das Pumpenaggregat. Ein 150 kW-Antriebsmotor

versorgt über zwei 60 Meter lange Schläuche die

hydraulisch angetriebene Schwimmpumpe. Diese fördert 5.000

bis maximal 8.000 Liter pro Minute bei 8 bzw. 5 bar. Das zweite Modul ist ein Schlauchcontainer, in dem 1.100 Meter F-Druckschlauch

(DN 150 Millimeter) mit dazugehörigen Armaturen

sowie ein hydraulisch angetriebenes Schlauchaufnahmegerät

verlastet sind.

Nach einer kurzen theoretischen Unterweisung führten zwei

Einsatzbeamte der BF Koblenz das System den anwesenden

Einheiten der Verbandsgemeinde Braubach vor. Zunächst wurde

die Pumpeneinheit auf der Panzerrampe am Rhein abgesetzt

und die Schwimmpumpe mittels Arbeitsleine gesichert.

„Das Absetzen des Pumpenmoduls und Wiederaufnehmen

des Schlauchcontainers erfolgt in einem Arbeitsgang“, erklärte

Brandmeister Peter Schimmel. Nachdem der F-Schlauch

angeschlossen war, gab Brandmeister Sebastian Bell mit dem

Scania Wechselladerfahrzeug Gas. Bei einer Geschwindigkeit

von 40–50 km/h entrollte sich der Schlauch automatisch und

in wenigen Sekunden lagen 600 Meter Druckschlauch auf der

Bundesstraße 42 bis zum Parkplatz des Kamp-Bornhofener Freibades.

Die Freiwillige Feuerwehr schloss dort ihre B-Schläuche

an zwei große Verteiler des Wasserfördersystems an, von

denen jeder einzelne fünf B-Abgänge besitzt. Sichtlich beeindruckt

waren alle Beteiligten über die Leistungsfähigkeit der

Pumpe, nachdem der Kamp-Bornhofener Wehrführer Manfred

Breitbach das Kommando „Wasser Marsch“ gegeben hatte und

sich bis zu 5.000 Liter Wasser pro Minute aus den zahlreichen

Strahlrohren und Monitoren auf die Schwimmbadwiese ergossen.

Lediglich bei einem Wasserwerfer musste eine Verstärkerpumpe

dazwischen geschaltet werden.

Genauso reibungslos wie das Auslegen erfolgte die Aufnahme

der F-Schläuche am Ende der Übung. Mit dem hydraulisch

angetriebenen Aufnahmegerät HRU (Hose Recovery Unit)

ist eine fast automatisierte Schlauchaufnahme möglich. Unterstützt

von zwei bis drei Feuerwehrmännern ist es möglich,

eine Schlauchlänge von einem Kilometer in ca. 30 Minuten aufzunehmen.

„Dieses Aufnehmen muss sehr sorgfältig erfolgen,

damit es beim nächsten Einsatz nicht zu Komplikationen während

des Ausrollens kommt“, verdeutlichte Markus Obel bei

der abschließenden Übungsbesprechung.

Wenn die Einsatzlage es erfordert und genügend Wasser zur

Entnahme vorhanden ist, ist der „AB-Holland“ eine echte Alternative

zur herkömmlichen Wasserförderung. Gegebenenfalls können auch beide Abrollbehälter – aus Koblenz und Ludwigshafen

– ergänzt durch weitere HFS von Werkfeuerwehren

zusammengezogen werden. Deutlich wurde bei der Übung auch,

dass das HFS schnell und personalsparend zum Einsatz gebracht

werden kann.

Vielen Dank an dieser Stelle an die Männer der Freiwilligen

Feuerwehren der VG Braubach, die diese Gemeinschaftsübung

– trotz sehr kühler Temperaturen – mit sehr viel Engagement

erst ermöglicht haben.



 Technische Daten des HFS der BF Koblenz

Hersteller: Firma Kuiken Hytrans BV



Baujahr: 2003



Generatorleistung: 150 KW



Pumpenleistung: 5.000 bis 8.000 Liter pro Minute

Schlauchlänge: 1100 Meter F Druckschlauch

(DN 150 mm)



Gewicht: 9000 kg

 

 

 


Das Absetzen des Pumpenmoduls und die Wiederaufnahme des Schlauchcontainers erfolgten in einem Arbeitsgang



Die hydraulisch angetriebene Schwimmpumpe fördert maximal 8.000

Liter pro Minute bei 5 bar


Ein konstantes Tempo von 40–50 km/h ist nötig, damit der F-Druckschlauch

sich während der Fahrt automatisch entrollt




Die Aufnahme der F-Schläuche erfolgt mit dem Aufnahmegerät HRU

(Hose Recovery Unit). Hydraulisch betrieben ermöglicht es eine fast

automatisierte Schlauchaufnahme


Das Pumpenmodul beinhaltet einen 150 kW-Antriebsmotor, zwei 60

Meter lange Hydraulikschläuche sowie die hydraulisch betriebene

Schwimmpumpe


OBM Manfred Breitbach, Wehrführer der FF Kamp-Bornhofen (im

Vordergrund) und OBM Norbert Gras von der BF Koblenz, haben

die Übung gemeinsam geplant und geleitet


Die Verteiler der Wasserfördersysteme besitzen jeweils fünf B-Abgänge